Walderdbeere - Fragaria vesca

Das Wichtigste auf einen Blick 

Rote Liste 2.55 sehr häufig
Bestimmungsmerkmale
  • weiße "Bestäubung" der Unterseite der Blätter und der Blüten
Wichtigsten Inhaltsstoffe
  • Oxalsäure
  • Mineralien
  • Eiweiß
  • Saponine
Wichtigste Wirkung
  • Antioxidativ
  • Reinigend
  • Immunsystemstärkend
  • Entzündungshemmend
Wichtigste Anwendung
  • Körper stärken
  • Schutz vor Stress
  • Wundheilungsfördernd
Verarbeitung2.28
  • In Lebensmitteln
  • Tinktur 
  • Umschläge
  • Dünger
Nice to Know 2.28, 2.35
  • Spanonine und Oxalsäure können ausgekocht werden
  • 7x mehr Eisen und 18x mehr Vit C als Kultursalat

 

 

Steckbrief

Weitere Namen 2.55, 2.28, 2.93 Ackermelde, Falsche Melde, Weiß-Gänsefuß, Stolzer Heinrich, Mistmelde
Pflanzenfamilie 2.55 Fuchsschwanzgewächse - Amaranthaceae
Fundort Garten Germering / ehemaliger Tramstreifen - Hufelandstraße und weiter zur Panzerwiese
Standort 2.55

Lichtverhältnisse

  • Sonne

Bodenbeschaffenheit

  • Frisch bis trocken
  • Durchlässig bishHumos
  • Nährstoffreich

Beispiele

  • Schuttplätze
  • Wege
  • Äcker
  • Gärten 
  • Ufer
Merkmale 2.55, 2.93

Wuchsverhalten

  • Einjährig
  • Aufrecht
  • Im unteren Teil Bogig, oben oft stark Verzweigt
  • Krautig
  • 10 cm - 150 cm
  • bis - 28°C

Wurzel

  • Pfahlwurzel

Stengel

  • Aufrecht
  • gelblich-grün, oft grün gestreift
  • Rot überlaufen oder rot befleckt bei stark sonnigen Standorten oder im Herbst

Blatt

  • Dunkelgrün
  • Unterseite mehlig (weißlich behaart) "bestäubt"
  • Oberseite kahl grün
  • Rautenförmig - Eiförmig bis Lanzettlich 
  • Wechselständig
  • Keilförmige Blattbasis
  • leicht bogig gesägter oder schwach gesägter Blattrand
  • Oberste Blätter ganzrandig

Blüte

  • unscheinbar weißlich-grün
  • Verzweigt
  • Ährenartig 
  • Rispen mit 3-4 mm dicke Blütenknäul
  • 5 stumpfe, bemehlte Blütenblätter

Samen

  • linsenförmigen
  • glänzend schwarzen
  • etwa 1 bis 1,5 mm groß
  • liegen horizontal in einer dünnen Fruchtwand
Welche Pflanzenteile werden verwendet
  • Alles 
  • Stängel ist sehr fasrig
Blütezeit 2.55, 2.93 Mai - Oktober
Erntezeit 2.93
  • Frühjahr - Herbst
  • Frucht 
    • ab September
Vermehrung 2.93
  • Versamung
    • Wind
    • Sperlinge 
Giftig 2.93
  • Essbar 
  • Roh in hohen Mengen leicht abführend und/oder reizend durch Oxalsäure und Saponine (Blätter und Samen)
Verwechslungsgefahr 2.93 Spreizende Melde

 

Unterscheidung 2.93

  Weißer Gänsefuß Spreizende Melde
Blätter

Unterseite mehlig "bestäubt"

Keine Spießform

kaum bis gar nicht mehlig "bestäubt"

Unterste Blätter weißen, markante Spießform auf

 

 

Allgemeines

Bedeutung bot. Name Google KI

  • Chenopodium = griech. "Chen" = Gans und griech. podion/podus = Fuß
  • album = albus = lat. weiß

Bedeutung Umgangssprachlicher Name 2.93

  • Gänsefuß = Blätter sehen aus wie die Füße von Gänsen
  • Weiß = Blütenknospen + Blätter weiß und Blatt unterseite weiß

Historisches 2.93, 2.35, 2.28

  • Phrähistorisch
    • In Pfalbauten wurden reichlich seine Samen entdeckt, woraus man schließen kann, das er landwirtschaftlich genutzt oder im großen Stil gesammelt wurde
  • Vorrömische Eisenzeit
    • Gänsefuß wurde im magen des Tollund-Mannes aus Dänemarkt gefunden (Moorleiche)
  • Antike
    • Gelehrter Dioskurides empfahlen Umschläge aus zerquetschten Blättern gegen Gelenksschmerzen/Schwellungen
  • Mittelalter
    • Bauern mischten Gänsefuß unter das Viehfutter zur Stärkung
  • Hungersnot in Russland 1891 und 1892
    • Samen wurden während der Hungersnot gemahlen und als Mehl ins sogenannte "Hungerbrot" zur Streckung beigemischt
      →Wurde allgemein von Vorfahren genutzt um Hungersnöte zu überstehen (Spinat und reichhaltige Samen)

Wissenswertes 2.93, 2.35, 2.28

  • Professioneller Anbau in Indien als Spinatvariante
  • Blasenhaare (Trichome)
    • Kleine häärchen welche mit einer Flüssigkeit gefüllt sind
    • Schützen vor Sonnenlicht und vor Austrocknung zudem speichern sie Wasser
    • Wenn sie Platzen (Alterungsprozess) tritt die Flüssigkeit aus und überzieht das Blatt beim trocknen mit dieser weiß/mehlingen Schicht
  • 7x mehr Eisen und 18x mehr Vit C als der typische Kultursalat
  • Verwand mit Spinat und Quinoa
  • Durch den hohen Saponin (Seifenstoff) Gehalt, wurde die Pflanze genutzt als sanfter Hand- und Textilreiniger 
  • Absud daraus hilft äußerlich gegen Hautreizungen und Insektenstiche
  • Tinktur mit Wasser verdünnt -> Klärendes Gesichtswasser

 

Mythologische Bedeutung 2.28

  • Fruchtbarkeit und Ausdauer = Wächst selbst unter den wiedrigsten Umständen und das sehr reichhaltig

Inhaltsstoffe 2.93, 2.35

Keine Evidenzbasierte medizinische Anwendung, alles ist rein historisch aus der Volksheilkunde überliefert.

 

Makronährstoffe
  • Aminosäuren
  • Ballaststoffe
Mineralstoffe
  • Kalium
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Eisen
  • Zink
  • Phosphor
Vitamine
  • B3
  • A
  • C
  • K
Sekundäre Pflanzenstoffe
  • Saponine
  • Oxalsäure
  • Sterole (z. B. Campesterol)
  • Flavonoide (wissenschaftlich belegt)
  • Bitterstoffe

 

Wirkung

  • Abführend
  • Antioxidativ
  • Blutreinigend
  • Entzündungshemmend
  • Immunsystem stärkend
  • Phytosterole
  • Harntreibend
  • Kräftigend

Anwendungsbereiche

  • Insektenstiche
  • Leichte rheumatische Beschwerden
  • Sonnenbrand
  • Geschwollene Füße
  • Schmerzstillend (Zahnschmerzen)
  • Durchfallerkrankung
  • Verdauungsfördernd
  • "weiblichen Zyklus unterdrücken" -> nicht bestätigt
  • Stressschutz - Radikalfänger

Anwendungshinweis

  • Vorsicht bei Magen-Darm-Erkrankungen -> Saponine können in der Blutbahn Blutplättchen zerstören
  • Nicht langfristig einnehmen da Oxalsäure die Aufnahme von Mineralstoffen erschweren kann
  • Wegen Phytosterole nicht in der Schwangerschaft essen
  • Oxalsäure kann Nierensteine auslösen -> bei Problemen in geringeren Maße roh essen oder außkochen

Darreichungsform

  • Auszüge
  • Umschläge
  • Nahrungsmittel
  • Tinkturen

 

Verwendung in der Küche 2.93

Geschmack 

  • Pfeffriger Spinat
  • Nussiger Brokkoli (Blütenstände)

 

Was wird verwendet?

Blätter & Triebspitzen (April bis Sommer):

  • Zarte Blätter in Salaten
  • Gekocht als Wildspinat


Blütenknospen (Frühsommer bis Sommer):

  • Junge, geschlossene Blütenstände, gedämpft wie Brokkoli
  • Blütenstände Panieren


Samen (Herbst):

  • Grütze
  • Mehl vermahlen
  • Keimsprossen

Wichtige Zubereitungsempfehlung

  • Die Oxalsäure kann Nieren Probleme verursachen und die Saponine können Abführend wirken. 
  • Diese Wirkstoffe können "ausgekocht" werden, daher lohnt sich bei älteren Pflanzenteilen alles zu blancieren oder zu kochen und das Wasser weg zu schütten danach.

Rezepte

 

Gut für die Natur 2.55, 

Futterpflanze

  • Raupen 15 (davon 3 spezialisiert)
  • Käfer 2

Wissenswertes 

  • Pionierpflanze

Beispiele für Raupen bzw. später Falter

  • Melden-Blütenspanner (ungefährdet)
  • Graue Moderholzeule (Stark gefährdet)
  • Gänsefuß Blütenspanner (gefährdet)
  • etc.

Beispiele für Käfer

  • Nebelschildkäfer (ungefährdet)
  • Kohlzahnrüssler (Stark gefährdet)

 

Gut für den Gärtner

Gartengestaltung 2.93

  • Breitet sich stark aus - 1,5 Millionen winzige Samen pro Pflanze
  • Samen sind sehr lange haltbar - im Boden vergraben über mehrere Jahrzehnte keimfähig

→ Dementsprechend sollte man den weißen Gänsefuß immer etwas "eindämmen" in dem man die Samenstände vor der Reife verwertet

 

Zeigerpflanze für ... 2.28

  • Wächst sehr intensiv auf Stickstoffreichen Boden aber nicht nur

 

Gartenpflege 2.28

  • Gutes Mulchmaterial
  • Geeignet zum ansetzen einer Jauche für "Starkzehrer" (z.B. Tomaten, Kürbis)

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